phoenitydawn

February 23rd, 2007

Meine Erfahrungen mit Fantasyliteratur

Posted by Dunedan in General

Wie einige von euch sicherlich wissen bin ich ein Freund von Fantasyliteratur. Allerdings geh├Âre ich nicht zu den Leuten die die Werke hunderter verschiedener Autoren gelesen haben. Ich setze eher auf Klasse statt Masse. ­čśë
Viel Zeit und Liebe widmete ich in meiner Jugend einem gewissen J.R.R. Tolkien, wahrscheinlich besser bekannt als der Autor von “Der Herr der Ringe“. Wobei ich sagen muss dass ich finde das Herr der Ringe nur eins seiner mittelm├Ą├čigeren Werke ist.
Tolkien erschuf eine Welt und “Herr der Ringe” ist nur eine kleine, zeitlich ziemlich unbedeutende Geschichte innerhalb dieser Welt. Sein, in meinen Augen bestes Werk, “das Silmarillion“, wurde erst nach seinem Tod von seinem Sohn Christohper fertiggestellt und inhaltlich geordnet. Es ist zwar schade dass er es nicht noch zu Lebzeiten fertigstellen konnte, aber wenn man es liest merkt man auch wieso dieses Buch einerseits so lange bis zu seiner Fertigstellung brauchte und andererseits warum es eine solche Faszination aus├╝bt. Denn es beschreibt die Erschaffung und Geschichte der Welt in der auch Herr der Ringe spielt. Um es ein wenig bildlicher zu beschreiben: Ich finde “das Silmarillion” ist die Bibel von Tolkiens Welt. Und es ist eins der sprachlich anspruchsvollsten B├╝cher welches ich je gelesen habe, aber daf├╝r auch eins der besten.
Ich erinnere mich noch sehr gut daran wie K. und ich uns gegenseitig aus dem Silmarillion vorlasen, da wir es zuf├Ąllig (oder auch weniger zuf├Ąllig) zur gleichen Zeit lasen.
Lange Jahre vergingen und nichts konnte Tolkiens Werke je erreichen. Bis ich vor wenigen Wochen endlich den Teil einer Buchserie in die H├Ąnde bekam die ich eigentlich schon seit Jahren lesen wollte (weil J. mir davon immer vorgeschw├Ąrmt hatte und J. generell einen recht guten Literaturgeschmack hatte). Bei dieser Buchserie handelte es sich um “Das Lied von Eis und Feuer“. Heute vormittag bin ich mit dem vierten Band fertiggeworden und ich muss sagen: es ist einfach toll. Ich warte schon gespannt darauf dass mir V. die restlichen vier B├Ąnde mitbringt.
Autor dieser B├╝cher ist “George R.R. Martin“. Trotz der ├ähnlichkeit der Zweitnamen zu denen Tolkiens ist dies nicht nur ein K├╝nstlername mit dem er einen Teil Tolkiens kopieren wollte, sondern sein richtiger Name. Dass er Tolkien nicht kopierte zeigt sich auch beim lesen der B├╝cher. Wo Tolkien mit unglaublicher Poesie seine wunderbare Welt beschreibt und sogar soweit geht die einzelnen Sprachen komplett zu erschaffen, tut Martin dies mit knallhartem Realismus. W├╝rde man gewisse Fantasyanteile in Martins B├╝chern, wie Drachen und “Die Anderen”, weglassen h├Ątte man wahrscheinlich einen ziemlich treffenden Mittelalterroman. Und genau diese Realit├Ąt und die Kunst etliche Handlungsstr├Ąnge gleichzeitig zu f├╝hren ohne den Leser zu sehr zu verwirren, macht f├╝r mich die Magie dieser B├╝cher aus. Auch gibt es f├╝r Martin keine schwarz und wei├č. Jede Figur wird facettenreich dargestellt. Mit positiven und negativen Eigenschaften. Und jeder Charakter kann jeden Moment sterben. Auch wenn man der Meinung ist dass es sich dabei um einen Hauptcharakter handelt. ­čśë
Wer also Fantasyliteratur aufgeschlossen gegen├╝ber steht und “Das Lied von Eis und Feuer” noch nicht gelesen hat sollte dies unbedingt schnellstm├Âglich nachholen. Und am besten vorher keine Inhaltszusammenfassung lesen. Das nimmt einen Gro├čteil der Spannung.

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