Leben

Seit Anfang diesen Jahres leben meine Frau und ich dank Atmosfair komplett CO₂-neutral. Zwar war unser CO₂-Abdruck auch vorher schon vergleichsweise gut, da wir weder ein Auto, noch Kinder haben, schon immer Ökostrom beziehen und in einer überschaubar großen Wohnung leben, aber in den vergangenen Monaten war ich trotzdem immer wieder froh, dass wir diese Entscheidung getroffen haben.

Ich bin froh darüber, da ich erst in den letzten Monaten wirklich begriffen habe, wie schlimm es um unsere Erde wirklich steht. Die letzten Meldungen in einer Reihe von Hiobsbotschaften, neben neuen Temperaturrekordern im Juni und Hagelschauern in Mexiko berichten von unglaublich hohen Temperaturen in der Arktis, die jeden aufrütteln sollten: Bei bis zu 20°C schmilzt dort so viel Eis und Permafrostboden, wie Wissenschaftler erst in 70 Jahren erwartet haben. Trotzdem haben die meisten Politiker immer noch nicht begriffen, was auf dem Spiel steht. Machterhalt und Klientelpolitik sind offensichtlich wichtiger, als die langfristige Bewohnbarkeit der Erde sicherzustellen. Wir müssen auf die Straßen! Wieder und wieder, bis die Politik das Thema irgendwann nicht mehr ignorieren kann.

Heute vor einem Jahr starb der Musiker und DJ Avicii. Ebenfalls heute vor einem Jahr befand ich mich gerade in Lissabon, um mal für eine Weile dem deutschen Aprilwetter zu entfliehen und von dort aus zusammen mit ein paar Arbeitskollegen zu arbeiten. Beides sind für mich Ereignisse, die mein Leben seitdem geprägt haben.

Einfach mal spontan mit Arbeitskollegen für zwei Wochen ins Ausland zu gehen und dort auf engen Raum zusammen zu wohnen und zu arbeiten erforderte für mich meine Komfortzone weit mehr als einmal zu verlassen. Etwas, dass ich bis dato wenn möglich gerne vermied. Vor der Reise war ich mir auch alles andere als sicher, ob das denn eine gute Idee sei. Diese Befürchtungen waren allerdings vollkommen unbegründet und es war eine wunderschöne Zeit in Lissabon. Zusammen mit diversen Gespräche bei der einen oder anderen Flasche Bier und Wein brachte mich das dort dazu, zu überdenken mit welcher Einstellung ich an Entscheidungen heran gehe. Das Ergebnis davon: Das Leben ist zu kurz, um immer nur seinem täglichen Trott zu folgen, anstatt einfach mal Neues auszuprobieren. Ohne jemals Oktopus gegessen zu haben, kann man schließlich nicht wissen, ob einem das nicht schmeckt oder es das großartigste Essen überhaupt ist. Und wenn’s nicht schmeckt, war’s zumindest den Versuch wert.

Aviciis Musik passt wunderbar zu dieser Einstellung einfach mal Sachen zu machen und sein Leben zu leben. Vielleicht inspiriert das ja auch den einen oder anderen Leser:

Ich habe heute einen Apfelkrapfen und einen Mohnstriezel von Dat Backhus gegessen. Weder hat der Apfelkrapfen nach Apfel, noch der Mohnstriezel nach Mohn geschmeckt. Ich sollte so was gar nicht erst probieren, sondern lieber einfach beim selbst backen bleiben. 😬

Ich habe heute eine Diskussion mit Autofahrern geführt, inwieweit überhöhte Geschwindigkeit ein Kavaliersdelikt sei. Besagte Autofahrer waren der Meinung, dass es in Ordnung sei, schneller zu fahren als erlaubt, wenn man trotz höherer Geschwindigkeit noch alles unter unter Kontrolle habe. Dagegen, dass ein Kind hinter einem parkenden Auto hervorspringe, könne man eh nichts machen und es sei schließlich tot, unabhängig davon, ob man es mit erlaubten 30km/h oder überhöhten 50km/h umfahren würde.

Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber wenn ich Autofahrer wäre, würde ich unglaublich vorsichtig fahren. Oft noch langsamer als erlaubt, vorausschauend, einfach um die Wahrscheinlichkeit so weit wie möglich zu minimieren, jemanden durch das fahrende Auto zu verletzen.

Ist es nicht vermessen davon auszugehen, ein Fahrzeug von über einer Tonne Masse bei überhöhter Geschwindigkeit so unter Kontrolle zu haben, auf alle unvorhergesehenen Situationen angemessen reagieren zu können? Ist es nicht zynisch die Meinung zu vertreten, dass Unfälle eh passieren und gegebenenfalls Menschen dabei zu schaden kommen egal, ob man sich an die Verkehrsregeln hält oder nicht? Wie wichtig muss Individualverkehr mit Autos sein, um Opfer als so gegeben hinzunehmen?

Einfach machen! Das ist die Erfolgsformel der mymuesli-Gründer, die sie in ihrem Buch Machen!: Das Startup-Buch der mymuesli-Gründer vorstellen. Ein absolut lesenswertes Buch für alle, die sich für Startups oder die Geschichte von mymuesli interessieren oder die einfach mal etwas Motivation brauchen, um Projekte anzupacken.

Um es mit den Worten der mymuesli-Gründer zu sagen:

Dieses Buch ist für all diejenigen, die einen Traum haben. Einen Traum, an den sie glauben, der sie nachts wach hält, glücklich und ängstlich zugleich macht. Vielleicht träumst du diesen Traum schon lange?
Doch damit er Wirklichkeit werden kann, fehlt nur eines: das Machen. Denn Träume, die man nicht anpackt, werden Träume bleiben.

Seit ein paar Monaten trinke ich zu Hause fast ausschließlich Leitungswasser. Vorher habe ich jede Woche Mineralwasser mit Kohlensäure gekauft und nach Hause geschleppt, um es dort zu trinken. Nachdem ich mich einmal an Wasser ohne Kohlensäure gewöhnt hatte, sprach für mich nichts dagegen direkt Leitungswasser zu trinken.

Jedes Mal, wenn ich mir nun Wasser zum trinken aus dem Wasserhahn laufen lasse, muss ich daran denken, was für ein unglaublicher Luxus das ist: Jederzeit trinkbares Wasser, dass zu Hause einfach so aus der Wand kommt, zu einem absolut lächerlichen Preis. Bei drei Litern Wasser pro Tag, sind das hier in Hamburg gerade mal 2€ pro Jahr. Und das selbst dann, wenn es, wie gerade, mal mehrere Wochen am Stück nicht regnet.

Viel zu oft nehmen wir Dinge einfach als gegeben hin, ohne uns Gedanken darüber zu machen, was für ein Aufwand dahinter steckt und in was für einem Luxus wir leben. Ein Luxus den viele Menschen weltweit nach wie vor nicht haben.

Letzten Herbst unternahm ich mit meiner Frau einen Ausflug zum Stadtpark in Norderstedt. Highlight des Ausfluges war der Stadtparksee, mit seiner Wakeboard-Anlage. Eine solche Anlage hatte ich noch nie zuvor live gesehen und so schauten wir dort eine ganze Weile den elegant ihre Runden drehenden Wakeboardern zu. Selbst ~12 Jahre alte Kinder fuhren dort absolut souverän.

Etwas neidisch war ich schon, denn das sah schon ziemlich spaßig aus, doch ich schloss recht schnell für mich aus, das je auszuprobieren, zu steil war doch die zu erwartende Lernkurve und das Risiko von Verletzungen.

Nun, manchmal kommt es anders als man denkt und gestern war ich das erste Mal wakeboarden. Nicht in Norderstedt, sondern auf der etwas kleineren Cablesport Arena Pinneberg. Was soll ich sagen?

Von den gut zwei Stunden, die wir dort waren, habe ich über 1½ Stunden damit verbracht direkt nach dem Start zu stürzen. Starten, stürzen, raus schwimmen und wieder von Vorne los. Nachdem ich den Dreh für den Start irgendwann halbwegs raus hatte, habe ich immerhin bis zu eine halbe Runde geschafft, bevor die Bahn leider zu gemacht hat. Für’s erste Mal in Ordnung, würde ich sagen und es hat auf jeden Fall jede Menge Spaß gemacht.

Auch die Blessuren halten sich mit zwei Prellungen und einer aufgeschnittenen Ferse in einem vertretbaren Rahmen. 🙂

Das ist zwar kein Sport den ich von jetzt an regelmäßig machen werde (und dafür ist’s auch einfach viel zu teuer), aber ein paar Mal pro Jahr im Sommer bei schönem Wetter kann ich mir das schon gut vorstellen. 😎

Ich habe mich in den letzten Monaten etwas mit der Early Retirement-Szene beschäftigt, also Leuten, die relevante Teile ihres Einkommens sparen, um in höherem Alter so weit wie möglich finanziell unabhängig zu sein. Was ich dabei feststellte ist, dass es dabei nicht nur darum geht, möglichst viel Geld zu sammeln, um einen komfortablen und gegebenenfalls auch frühen Ruhestand zu ermöglichen, sondern sich auch Gedanken um die eigene Gesundheit zu machen. Denn was hilft es, am besten noch weit vor dem eigentlichen Rentenalter, perfekt finanziell ausgesorgt zu haben, wenn man körperlich oder geistig nicht mehr fit ist? Daher spielen Themen wie gesunde Ernährung und Sport eine wichtige Rolle, denn das sind schließlich die Punkte mit denen man auf seine Gesundheit jetzt und im Alter Einfluss nehmen kann. Auch wenn das eigentlich ein absolut naheliegender Gedankengang ist, hat er mir trotzdem nachhaltig zu denken gegeben. Daher: Macht Sport, ernährt euch gesund und denkt auch mal an später, auch wenn das noch unglaublich weit entfernt zu sein scheint!

Everything around you, that you call life, was made up by people who were no smarter than you. And you can change, you can influence it, you can build your own things, that other people can use.
– Steve Jobs

Die Hamburger Stadtreinigung stellt einen praktischen, persönlichen Müllabfuhrkalender zur Verfügung, bei dem man nach Eingabe seiner Adresse kommende Abfuhrtermine zu sehen bekommt und E-Mail-Benachrichtigungen für diese abonnieren kann.

Ich habe mich immer gewundert, warum der Kalender unsere Hausnummer nicht als gültig akzeptierte, bis es mir vorhin wie Schuppen von den Augen fiel: Wir teilen uns große Mülltonnen mit ein paar Nachbarhäusern, von denen ein Teil in einer anderen Straße steht. Offensichtlich sind die Mülltonnen auf die Häuser in besagter Straße bei der Stadtreinigung registriert und der Kalender zeigt nur Hausnummern als gültig an, die auch registrierte Mülltonnen haben. Auf die Idee muss man auch erst mal kommen.