November 1st, 2007
Einige von euch kennen sicher bereits Petitionen an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages, da ab und an im Internet ein Link zu einer bestimmten Petition auftaucht. Die bisher bekannteste Petition war wohl eine Petition gegen die Nutzung von Wahlcomputern , bei der über 45000 Bürger mitzeichneten. Das auf eben verlinkter Seite keine Zahl von mehr als 45000 steht, hängt mit technischen Problemen der dahintersteckenden Software zusammen, die ursprünglich nur für maximal 25000 Mitzeichner gedacht war. Deshalb wurde bei der Petition gegen Wahlcomputer eine “Ersatzpetition” eingerichtet.
Wer sich jetzt wundert das obige Links auf eine Seite in Großbritannien verweisen: Das Petitionssystem basiert auf dem Petitionssystem des schottischen Parlaments und befindet sich momentan in einer Testphase. Langfristig soll es für Deutschland auch in Deutschland gehostet werden.
Ja, wieso schreibe ich das jetzt eigentlich? Die Petition zum Thema Wahlcomputer ist doch schon lange vorbei.
Ganz einfach: Es gibt ganz viele tolle Petitionen dort. So schnappte ich eben im IRC den Link zu einer Petition für einkommensabhängige Bußgelder bei Straßenverkehrsvergehen auf, was mich dazu führte mir mal anzugucken was es denn dort noch so für Petitionen gibt. Dazu gibt es eine Übersicht über Öffentliche Petitionen. Und da sind tatsächlich einige ganz nette dabei.
Zum Beispiel:
Bei der Petition mit dem Alkohol habe ich selbst noch nicht mitgezeichnet. Da bin ich irgendwie zu sehr hin- und hergerissen. An der Argumentation ist da aber nichts auszusetzen.
Alle anderen Petitionen finde ich auf jeden Fall unterstützenswert. Ein mitzeichnen tut nicht weh und ist eine Sache von weniger als einer Minute. Kommen genügend Mitzeichner zusammen findet eine solche Petition auch Gehör bei unseren Politikern.
Natürlich kann man dort auch selbst Petitionen einreichen. Auf jeden Fall auch eine Möglichkeit, politisch ein wenig aktiv zu werden.
Ich möchte also jeden von euch dazu aufrufen ab und zu mal auf der Homepage mit der Liste der öffentlichen Petitionen vorbeizugucken und dort bei Petitionen die einem sinnvoll erscheinen mitzuzeichnen. Es schadet nichts und wenn sich genügend Leute beteiligen kann man sogar politisch was bewegen.
September 27th, 2007
Soeben habe ich eine Aufzeichnung der letzten Sendung von Anne Will am 23.09. gesehen. Das Thema war “Deutschland vor dem Anschlag? Das Kalkül mit der Angst” und mit im Studio war unter anderen auch Wolfgang Schäuble. Durch diese Sendung wurde mir mal wieder bewusst was für ein Arschloch Wolfgang Schäuble doch ist. Normalerweise lese ich ja immer nur Sachen über ihn, da kommt das nicht ganz so doll rüber, aber was er da in der Sendung von sich gegeben hat war ja wohl echt mal wieder unter aller Sau.
Na ja, ich will jetzt auch gar nicht mehr groß über irgendwelche Inhalte schwadronieren oder mich noch weiter aufregen. Ich wollte es nur mal gesagt haben.
August 20th, 2007
Ich hab mal wieder was, über das ich mich aufregen muss. Und zwar über Vattenfall. Vattenfall veranstaltet jedes Jahr in Hamburg die Vattenfall Cyclassics, ein Radrennen, bei dem neben einem Profistart auch ein Jedermann-Start dabei ist.
Da Vattenfall anscheinend mal wieder etwas positive Publicity benötigte, starteten sie im Vorfeld der Cyclassics in Hamburg eine großangelegte Werbeaktion die auf nebenstehendem Plakat zu sehen ist.
Einerseits finde ich es sehr lustig, dass Vattenfall, ein Unternehmen was vor allem in letzter Zeit aufgrund von Problemen in ihren Kraftwerken eine Menge schlechte Publicity hatte, nun groß mit Radsport wirbt, welcher ja in letzter Zeit auch nicht so “sauber” war. Soviel zum Witzigen. Worüber ich mich allerdings aufrege ist der Versuch durch eine Spende an Hamburger Schulen wieder gute Publicity zu kriegen. Nichts gegen eine solche Spende. Aber 1 Euro pro Fahrer ist doch bei einem Unternehmen wie Vattenfall mehr als lächerlich. Insgesamt gab es wohl ~20000 Fahrer, sodass Hamburger Schulen nun mit 20000 Euro unterstützt werden. Das zehn- oder hundertfache hätte doch Vattenfall auch nicht wehgetan und hätte sicher einiges mehr bewirken können.
Na ja, wie gut, dass ich noch nie eine allzugute Meinung von Vattenfall hatte.
August 3rd, 2007
Es ist vollbracht. Das Exemplar des Grundgesetzes welches ich an unseren Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble schicken wollte ist nun unterwegs zu ihm. Mehr dazu siehe auch unter: Grundgesetz.
Zu dem Grundgesetz habe ich ihm noch einen kleinen Brief mit folgendem Inhalt geschrieben:
Sehr geehrter Herr Schäuble,
mit Sorge beobachte ich seit einer Weile, wie Sie mit immer neuen Verstößen die Privatsphäre der Bürger Deutschlands einschränken wollen um gegen Terrorismus vorzugehen. Daran, dass gegen Terrorismus vorgegangen werden muss, besteht kein Zweifel. Allerdings fordere ich Sie dazu auf, darüber nachzudenken inwieweit die von Ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen verhältnismäßig sind. Ich muss ehrlich sagen: Ich habe momentan mehr Angst vor dem Deutschen Staat als vor Terroristen.
Anbei schicke ich Ihnen ein Exemplar unseres Grundgesetzes in der Hoffnung, dass Sie es sich in einer ruhigen Minute zu Gemüte führen. Denn die darin beschriebenen Grundsätze sollen einen freiheitlichen und demokratischen Staat garantieren, in dem die Freiheit der Bürger vom Staat geschützt und nicht etwa eingeschränkt wird. Und genau letzteres haben Sie mit Ihren Verstößen das Grundgesetz zu ändern vor.
Mit freundlichen Grüßen
Daniel Roschka
Ob er den je zu Gesicht bekommen wird wage ich zu bezweifeln, aber immerhin hab ich’s versucht.
July 24th, 2007
Vergangenes Wochenende fand hier in Karlsruhe das diesjährige Fest statt. Ich war dort und muss sagen es war durchwachsen. In jeglicher Hinsicht. Das Wetter war größtenteils gut, lediglich am Samstag regnete es am späten Nachmittag ein wenig. Dafür schien dann sonntags umso mehr die Sonne und ich wundere mich dass ich allein von einem Nachmittag schon recht braun gebrannt bin.
Die Musik war ebenfalls durchwachsen. Sunrise Avenue und Sugarplum Fairy waren jetzt beispielsweise nicht ganz so mein Ding. Viel besser waren da Triband und ganz besonders Wallis Bird. Letztere ist ganz besonders zu empfehlen. Einerseits macht sie interessante Musik und andererseits liefert sie eine Liveperformance die man in dieser Qualität sehr, sehr selten erleben darf. Wirklich hörenswert die junge Dame.
Ein weiterer kleiner musikalischer Höhepunkt war der Auftritt von Bumble Bee, einer Band, in der ein Kommilitone mitspielt. Die haben auch ordentlich Stimmung gemacht und ihr Auftritt kam auch beim Publikum sehr gut an.
Die Beatsteaks konnten live auch überzeugen und laut ihrer Aussage war das Publikum in Karlsruhe besser als das in ihrer Heimatstadt Berlin. Von den Fantastischen Vier hab ich nicht wirklich viel mitgekriegt, da war ich lieber mit N. ein paar Bierchen trinken und über dies und das reden. Aber so als Hintergrundmusik war’s ganz in Ordnung.
Wobei ich natürlich noch dazu sagen sollte dass ich die Fantastischen Vier schon mal vor ein paar Jahren auf dem Open Flair live gesehen habe. Also insofern hab ich da jetzt nicht irgendwas noch nie dagewesenes verpasst.
Ja, noch ein paar Sachen zu den Bildern in diesem Artikel. Sie stammen alle vom Fest. Ein wenig schockiert haben mich diese neuartigen Pissoirs. Die standen da einfach so ohne jeglichen Sichtschutz im freien Gelände rum. Na ja, ich würde die zumindest nicht nutzen, aber gut, anscheinend kamen sie ja recht gut an.
Auf dem zweiten Foto sieht man auch noch was ganz witziges: einen mobilen Geldautomaten. An sich eine nette Idee, aber mir fielen ein paar Sachen auf. Und zwar ist solch ein Geldautomat mit einer Alarmanlage versehen welche auf Erschütterungen reagiert. In diesem Fall wird das Geld mit einem Farbstoff übersprüht. Bei stationären Geldautomaten ist das sicher eine hervorragende Idee, aber bei solche mobilen finde ich das ein bisschen riskant. Wenn da mal ein Dutzend Leute kommt und da mal bewusst für ein paar Erschütterungen sorgt.
Wobei diese Umsetzung noch relativ aufwendig ist, da ein ordentlicher Sockel mit zu den Automaten gehört. Viel spannender ist die Frage der Daten- und Stromleitungen. Denn die waren recht offen hinter den Geldautomaten. Wäre mal interessant zu wissen was passiert wenn man die Kabel kurzfristig trennt. Vielleicht gibt’s ja dann eine “schöne” Windowsoberfläche zu sehen. Und natürlich bietet sich da auch an in die Datenleitung einen Sniffer einzusetzen. Sollte wie gesagt aufgrund der sehr provisorischen Verkabelung kein größeres Problem sein. Allerdings weiß ich nicht inwieweit die ganzen Daten da verschlüsselt über die Leitung laufen.
Das Objekt auf dem letzten Foto erkennt man vielleicht ein wenig schlecht. Es ist auf jeden Fall eine drehbare Überwachungskamera die an der oberen linken Ecke der Bühne montiert war. Die Daten werden da anscheinend via Funk übertragen. Ließe sich also ggf. auch mitsniffen. Wobei ich die Kamera an sich eine ziemliche Sauerei fand. Aber das spiegelt ja mal wieder die aktuelle politische Entwicklung in Deutschland wieder. Ich weiß nicht wer für die Kamera zuständig war, würde aber spontan mal die Polizei dahinter vermuten. Die haben mit einer entsprechend leistungsfähigen Kamera natürlich eine tolle Möglichkeit sämtliche Festivalbesucher zu erfassen. Ihr findet das ist eine etwas paranoide Ansicht? Nun ja, ich wüsste zumindest nicht wozu die Kamera sonst da sein sollte. Denn für Fernsehbilder war die definitiv nicht gedacht.
Aber nun genug gemeckert. Im allgemeinen war’s recht nett und ich glaube alle hatten ihren Spaß.
July 20th, 2007
Noch ein kleiner Nachtrag zu meinem letzten Beitrag. Clemens Binninger sprach während des Vortrages auch von BKA-Präsident Ziercke der vor diversen Versammlungen von Politikern (welche genau weiß ich nicht mehr) vorträgt, warum man neue Maßnahmen wie Online-Durchsuchung denn unbedingt braucht. Dabei wurden, laut Aussage Binningers, den Abgeordneten Ausschnitte aus Kinderpornos und echten Hinrichtungen gezeigt.
Das fiel mir nur grade wieder ein, als ich folgenden Beitrag las: Die Dramaturgie der BKA-Horrorshow: Ein Bericht
Da sollte man sich vielleicht mal Gedanken darüber machen wie schön man doch Leute manipulieren kann. Bei Hernn Binninger hat’s ja anscheinend wunderbar funktioniert.
P.S.: Der Titel des Beitrages ist übrigens auch eine der Aussagen von Herr Binninger während des Vortrages vorgestern gewesen. Mir ist vollkommen unverständlich wie ein ehemaliger Polizist sich zu solch einer Aussage hinreißen lassen kann.
July 19th, 2007
Gestern Abend fand ein von der Liberalen Hochschulgruppe (LHG) organisierter Vortrag mit anschließender Podiumsdiskussion zum Thema Onlinedurchsuchung statt. Als Redner angekündigt waren Constanze Kurz vom CCC aus Berlin, Clemens Binninger von der CDU, sowieso Hartfrid Wolff und Patrick Meinhardt von der FDP. Letzterer konnte leider nicht kommen, aber nichts destotrotz war es natürlich eine starke Besetzung.
Alles in allem war es ein sehr interessanter Abend, vor allem auch deshalb, weil nicht nur Stimmen gegen Onlinedurchsuchung zur Sprache kamen, sondern mit Clemens Binninger auch ein Befürworter der Onlinedurchsuchung. Dies führte zu teilweise sehr kontroversen und hitzigen Diskussionen.
Gerade die Tatsache, dass das Publikum größtenteils aus technisch sehr versierten Leuten bestand passte irgendwie nicht zu Herrn Binninger. So kam es mehrfach vor, dass das Publikum aufgrund der Naivität seiner Aussagen lachen musste, was er natürlich gar nicht nachvollziehen konnte. Generell konnte man allerdings bei den Aussagen von Herrn Binniniger recht häufig einfach nur noch mit dem Kopf schütteln. Die schönste Szene war in meinen Augen, als Herr Binninger das Publikum fragte, ob sich denn irgendjemand durch die bestehenden Gesetze in seiner persönlichen Freiheit eingeschränkt fühlen würde. Zweifelsohne hatte er mit kollektivem Kopfschütteln gerechnet und umso erstaunter war er, als als Antwort der meisten Zuhörer ein entschiedenes JA kam. Daraufhin forderte er diejenigen die ja gesagt hatten auf ihm im Anschluss der Veranstaltung zu erklären, wo sie sich denn eingeschränkt fühlen würden. An sich ja eine nette Geste. Im Anschluss der Veranstaltung scharrten sich dann auch etliche der Zuhörer um Herrn Binninger um ihm darzulegen wo sie sich in ihren Augen eingeschränkt fühlen und um noch ein bisschen mit Herrn Binninger zu diskutieren. Aber statt dass er die Argumente der Zuhörer anhörte und so annahm versuchte er _jedes_ Argument zu widerlegen. Na ja, ich will auch gar nicht mehr sonderlich viel zu Herrn Binninger schreiben, wobei man da echt noch seitenweise schreiben könnte. Im Endeffekt meint er es ja auch nur gut, aber es fehlt irgendwie ein wenig die Fantasie was man denn negatives mit den Daten machen könnte. Denn je brisanter die Daten, desto brisanter auch wenn da irgendwas schiefläuft.
Ich kann nur jedem raten der ihn mal live zu Gesicht bekommen kann: Nutzt die Gelegenheit und hört euch an was Politiker doch teilweise für Meinungen vertreten.
Positiv überrascht war ich hingegen von Hartfrid Wolff. Das war der erste FDP-Politiker der mir mal richtig sympatisch war. Er vertrat den gesunden Standpunkt das Onlinedurchsuchung einerseits unnötig und andererseits gefährlich sei, da sie prinzipiell einer heimlichen Hausdurchsuchung (auf den Computer des Betroffenen bezogen) gleichkomme, bei der persönlichste Daten ohne das Wissen des Betroffenen in die Hände Dritter geräten.
Zu Constanze Kurz ist eigentlich nicht viel zu sagen, dass sie als “Abgesandte” des CCC sowieso schon aus Prinzip die richtigen Standpunkte vertritt. 
Weiterhin hat mich positiv überrascht, dass auch einige ältere Leute unter den Zuhörern anwesend waren. Bei Vorträgen im Rahmen der Universität keine Selbstverständlichkeit. Mit einem dieser älteren Herren unterhielt ich mich nach der Veranstaltung noch ein wenig und wir kamen überein dass die aktuelle politische Lage auch zu großen Teilen ein gesellschaftliches Problem ist. Denn in unserer heutigen Gesellschaft wird immer unachtsamer mit Datenschutz und Freiheit umgegangen und wie Constanze auch während der Podiumsdiskussion aus eigener Erfahrung erwähnte mangelt es vor allem Jugendlichen heutzutage einfach an Sensibilität für diese Themen.
Und wie man diese Sensibilität wieder herstellen kann ist in meinen Augen die wichtigste Frage. Denn was ist eine Demokratie in der sich die Bürger nicht auch für Freiheit und das Recht auf informelle Selbstbestimmung einsetzen? Die Politiker haben zu diesen Themen ja anscheinend teilweise eine ganz andere Sichtweise.
July 14th, 2007
Was mir grade auffällt: Eigentlich müsste man möglichst schnell mal irgendwo Urlaub machen wo es noch richtig beeindruckende Gletscher gibt. Nur damit man sowas mal live gesehen hat. Denn in ein paar Jahren gibt’s die sicher nicht mehr.
Ich hab übrigens vorgestern Eine unbequeme Wahrheit geguckt. Das ist der Film von und über Al Gore und sein Engagement für den Klimaschutz. Sehr zu empfehlen der Film.
July 13th, 2007
Der Deutsche Bundestag verschickt kostenlos, gedruckte Exemplare des Grundgesetzes. Vielleicht wäre es sinnvoll sich davon noch ein paar zuzulegen um später mal schwarz auf weiß zu haben was früher einmal für Werte galten.
Mehr dazu unter: Grundgesetz bestellen solange es noch gilt.
[via Fefe]
June 26th, 2007
So, seit ein paar Stunden hab ich nun endlich meinem Server als TOR-Node am laufen. Nachdem ich mich heute mal wieder recht stark über deutsche Politik aufgeregt habe, dies nun als kleinen Beitrag zur Sicherung der Demokratie und der Meinungsfreiheit.
Update: Ich musste den TOR-Server leider wieder deaktivieren, da er mir trotz stündlichem Neustart wiederholt den verfügbaren RAM floddete was dafür sorgte dass der gesamte Server nicht mehr funktionstüchtig war. Sobald es eine TOR-Version geben sollte die keine Memory-Leaks mehr aufweist werde ich natürlich sofort wieder einen laufen lassen.