phoenitydawn

July 28th, 2014

systemd und seine Auswirkungen

Posted by Dunedan in Computer, Debian, Linux

Seit neuneinhalb Jahren nutze ich Debian und war immer ausgesprochen zufrieden damit. Als technisch versierterer Benutzer kann man ja dank testing und unstable ausreichend frische Softwareversionen nutzen. Der neueste Schrei ist nun der Ersatz von SysVinit durch systemd als Init-System. Da es bei meinem Setup noch kleinere Haken mit systemd gibt und mir systemd nach wie vor etwas ungeheuer ist, hatte ich vor so lange wie möglich bei SysVinit zu bleiben.

Die letzten Wochen mehrten sich dann aber mehrere Probleme:

  • Mein Notebook zeigte nach dem starten kein Bild mehr an, wenn beim starten der Splash von Plymouth aktiv war.
  • Auf sämtlichen Rechnern wird das tun-Modul für openvpn nicht mehr automatisch geladen, sondern muss per Hand geladen werden.
  • Suspend-to-RAM und Suspend-to-Disk waren im “Verlassen”-Bildschirm von KDE nicht mehr zu finden und das schließen des Notebookdeckels legte ihn auch nicht mehr schlafen.

Insbesondere der letzte Punkt nervte mich und ich machte mich auf die Suche nach der Ursache. Die fand ich auch recht schnell in Form eines Debian Bugreports: #752413 kde-workspace-bin: upower-1.0 transition. Spannend dabei die Aussage im letzten Kommentar:

It does mean as a consequence, that kde will depend on systemd/logind
for suspend/hibernate support.

Kurz entschlossen habe ich mein Notebook mal mit systemd neu gestartet und siehe da: Alle oben genannten Probleme waren mit einem Mal verschwunden. Das ärgert mich, denn es zeigt, dass SysVinit in Zukunft wohl kaum mehr vernünftig als Init-System für Desktoprechner verwendet werden können wird, wenn sogar jetzt schon ohne systemd Probleme auftreten, die mit ihm nicht auftreten.

March 27th, 2014

“Turbo-Abi”

Posted by Dunedan in Hamburg, Politik & Gesellschaft

Hier in Hamburg gibt es seit der geplanten Einführung von G8, also dem Abitur nach acht Jahren Gymnasium, deutlich hörbare Kritik gegen dieses sogenannte “Turbo-Abi”. Nun gibt es G8 hier seit ein paar Jahren und die Kritik ist so lebendig wie nie zuvor.

Ich selbst habe in Thüringen nach acht Jahren auf dem Gymnasium Abitur gemacht und fühlte mich dabei weder unter Druck gesetzt, noch meiner Freizeit beraubt (zumindest nicht mehr, als man das als Schüler sowieso findet).

Ich habe immer das Gefühl, dass hier niemandem bewusst ist, dass das Abitur nach zwölf Jahren Schule in der DDR und den sogenannten neuen Bundesländern seit Jahrzehnten Gang und Gäbe ist. Irgendwelche negativen Auswirkungen dessen sind mir nicht bekannt.

Vielleicht ist das Problem schlicht und ergreifend, dass hier versucht wurde den Stoff von neun Jahren Gymnasium unverändert in acht Jahre zu quetschen. Aber um das beurteilen zu können, kenne ich mich zu wenig mit den hiesigen Lehrplänen aus.

Ich frage mich, was der Anspruch der Befürworter längerer Schule an Schulbildung ist. Als Grund fällt mir nur ein, dass die Schüler umfassenderes Wissen vermittelt bekommen sollen, denn alles andere kann man durch zusammenstreichen der Lehrpläne lösen. Allerdings ist Schule nicht dafür da den Schülern umfassendes Wissen in verschiedenen Bereichen zu vermitteln, denn dazu reichen weder zwölf, noch dreizehn Jahre. Schülern sollen stattdessen eine grundlegende Allgemeinbildung bekommen und lernen zu lernen. Und dazu sind zwölf Jahre vollkommen ausreichend. Von den vermittelten Inhalten vergisst man das Meiste sowieso im Laufe der folgenden Jahre, wenn man nicht regelmäßig damit zu tun hat.

March 13th, 2014

Nachhaltiges Wirtschaften

Posted by Dunedan in Politik & Gesellschaft

Heutzutage muss ja immer alles schneller, größer und billiger sein. Schön zu sehen, dass es auch anders geht. Das zeigen mit manomama ein Kleidungsproduzent und Premium Cola, die einen anderen Weg gefunden haben das wohl kapitalistischste aller Getränke zu vermarkten. Auf diese beiden Unternehmenbin ich über zwei, zugegebenermaßen nicht mehr ganz frische, Podcasts gestoßen.

manomama zeigt, dass es auch heutzutage möglich ist umweltbewusst qualitativ hochwertige Kleidung komplett in Deutschland zu produzieren und dabei die Beteiligten fair zu bezahlen. Dazu bietet WR115 Holger ruft an: Bei Sina (manomama) Trinkwalder ein ausführliches und ausgesprochen interessantes Interview mit Sina Trinkwalder, der Gründerin von manomama. Ich finde das Konzept sogar so gut, dass ich gerade am überlegen bin, ob ich mir bei manomama eine Jeans kaufe, obwohl ich schon seit Jahren keine Jeans mehr trage.

Auf der anderen Seite zeigt Premium Cola, wie man komplett basisdemokratisch und ohne Fremdkapital eine stetig wachsende Getränkemarke aufbauen kann. Und das, obwohl man gleich noch mit Paradigmen des Getränkemarktes, wie zum Beispiel Mengenrabatten bricht. Hierzu hat Holger Klein Uwe Lübbermann, den Gründer von Premium Cola ausführlich in WR118 Premium Cola befragt. Wie ich finde ebenfalls sehr hörenswert.

January 24th, 2014

One Day/Reckoning Text

Posted by Dunedan in Leben

January 18th, 2014

Geburtsurkunden

Posted by Dunedan in Leben

Bislang dachte ich, dass eine Geburtsurkunde ein amtliches Dokument ist, dass bei der Geburt eines Menschen als einzelnes Schriftstück ausgestellt wird und bei Verlust nur unter extrem hohem bürokratischem Aufwand neu ausgestellt werden kann.
Wie ich heute festgestellt habe, ist das nicht der Fall und man kann durchaus mehrere Exemplare der eigenen Geburtsurkunde haben und beim Standesamt seines Geburtsortes problemlos, gegen ein entsprechendes Entgelt, weitere Exemplare erhalten.

August 3rd, 2013

Club-Mate in Schweden

Posted by Dunedan in General

Club-Mate bei ICA in Schweden
Ich bin gerade das erste Mal Club-Mate im Ausland begegnet und das auch noch ohne danach zu suchen. Es stand einfach auf diversen Tischen eines Szenecafes im angesagten Stockholmer Stadtteil Södermalm. Gut, irgendein Cafe-Besitzer der für den Verkauf in seinem Cafe Club-Mate selbst importiert um es als “exotisches” Getränk im Angebot zu haben, das klang für mich nicht weit hergeholt.

Erstaunt war ich dann allerdings als ich Club-Mate ebenfalls im Regal eines schwedischen ICA, einer der großen schwedischen Supermarktketten, fand. Dort ist es für 22,90 SEK zu haben, was nach aktuellem Wechselkurs ungefähr 2,60 EUR entspricht. Das wiederum ist ungefähr der dreifache Preis, den man in Deutschland für eine Flasche Club-Mate bezahlt, aber angesichts der Tatsache, dass Lebensmittel in Schweden generell teurer sind als in Deutschland (am absurdesten finde ich Speiseeis mit 25 SEK pro Kugel im Straßenverkauf) und Club-Mate extra importiert werden muss, finde ich den Preis durchaus vertretbar.

Club-Mate mit schwedischem Label

Wie auf dem unteren Foto schön zu sehen, druckt Loscher die Flaschenfront mit einem generischen Label auf Englisch und die Rückseite mit Zutaten & Co. auf schwedisch. Man scheint dort also inzwischen verstanden zu haben, dass Club-Mate auch im Ausland gut ankommt. Das finde ich sehr löblich, denn so ist zumindest Club-Mate dort verfügbar, wo die von mir inzwischen favorisierten 1337Mate und Flora Power nicht zu bekommen sind.

July 10th, 2013

Was Amazon und die Cloud für Vorteile bringen

Posted by Dunedan in Computer, Internet

Die Bezeichnung “Cloud” ist schon seit einer ganzen Weile ein Hype-Begriff und wurde von mir lange belächelt. Denn was unterscheidet schon “die Cloud” von dem, was schon immer das Internet selbst definiert?

Seit gut einem halben Jahr habe ich nun beruflich recht intensiv mit ebendieser Cloud zu tun, um genau zu sein mit Amazon Web Services (AWS).
Grundsätzlich stehe ich solchen großen Unternehmen wie Amazon erstmal skeptisch gegenüber, denn je größer ein Unternehmen desto wahrscheinlicher ist eine marktbeherrschende Stellung und die Ausnutzung dieser. Auch Amazon hat bereits mit seinem Online-Shop gezeigt wie gut sie in der Lage sind eine marktbeherrschende Stellung zu übernehmen.

Auch der Bereich Cloud-Computing ist bei Amazon inzwischen so groß, dass sie in diesem Bereich der größte Anbieter sind und er in Zukunft voraussichtlich ähnlich hohe Gewinne abwerfen wird wie ihr Online-Shop. Doch wodurch kommt das? Beim Online-Shop sind die wichtigsten Kriterien für den Erfolg meiner Meinung nach niedrige Preise und guter Service. Zumindest mit niedrigen Preisen kann AWS auf den ersten Blick nicht punkten.

Während man bei üblichen Hostern im niedrigen Preissegment in Deutschland problemlos Server mit Quadcore Prozessor, 16GB RAM und mehreren Terabyte an Plattenplatz für 50 Euro im Monat bekommt, zahlt man bei AWS in der billigsten Region (und zwar us-east-1 und us-west-2, beide in den USA) mindestens 300 Dollar für ähnliche Hardware. Bei Mehrausgaben von 500% muss also entweder ein relevanter Mehrwert vorhanden sein oder die Angebote von Amazon sind maßlos überteuert.

Die Erfahrungen der letzten Monate haben mir gezeigt, dass die Preise durchaus berechtigt sind und was “die Cloud” von herkömmlichen Webhostern unterscheidet.

  1. Amazon bietet nicht einfach wie andere Webhoster reine Hardware, sondern eine komplette Infrastruktur mit unterschiedlichsten Dienstleistungen und dazugehörigen Programmierschnittstellen (APIs) für diverse Sprachen an. So ist unglaublich viel Funktionalität um deren Bereitstellung man sich sonst selbst kümmern müsste bereits vorhanden und lässt sich neben einem Webinterface komplett über APIs nutzen und somit einfach in eigene Anwendungen einbinden.
  2. Hardwarenahe Probleme gehören der Vergangenheit an. Darum kümmert sich Amazon und da alles in irgendeiner Form virtualisiert läuft, bekommt man als Anwender davon auch nur in Ausnahmefällen etwas mit.
  3. Die Dokumenation der einzelnen Dienste ist umfangreich und verständlich und als größerer Kunde bekommt man unglaublich gute Betreuung und ausgezeichneten Support.
  4. Amazon ruht sich nicht auf seiner Marktstellung aus, sondern veröffentlicht fast im Tagesrythmus neue Verbesserungen ihrer Cloud-Plattform.
  5. Eigene Dienste lassen sich ohne großen Aufwand in lokal gruppierten, aber räumlich getrennten Rechenzentren (Availability Zones) oder auch weltweit verteilt über fünf Kontinente (Regions) betreiben.

Dazu kommt, dass die Preise aus dem oben genannten Beispiel bei intensiverer Nutzung je nach Anwendungsfall drastisch sinken, wenn man Reserved Instances oder Spot Instances nutzt.

Mir macht es, aufgrund der oben genannten Gründe, unglaublich viel Spaß mit AWS zu arbeiten und für mich ist inzwischen gut nachvollziehbar, warum Amazon im Bereich Cloud-Computing diese überragende Marktstellung hat: So schade das für gesunden Wettbewerb ist, aber es gibt einfach keinen Anbieter, der auch nur ansatzweise die gleichen Dienste bieten kann und wenn ich mir das Tempo an Innovationen bei Amazon anschaue, dann wird das auch noch lange so bleiben.

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June 22nd, 2013

Wir stellen das mal in Frage

Posted by Dunedan in Piratenpartei, Politik & Gesellschaft

Der Wahlkampf für die im September stattfindende Bundestagswahl ist in vollem Gange und aus diesem Anlass möchte ich gerne auf eine nette Aktion meiner Partei hinweisen:

Wir stellen das mal in Frage

Frische, flotte Sprüche mit bunten Bildern zu aktuellen Themen. Gefällt mir ausgesprochen gut und euch ja vielleicht auch.

Kein Saatmonopolkapitalismus

June 2nd, 2013

Drossel hin, Drossel her

Posted by Dunedan in Internet

Die Debatte um die Deutsche Telekom, die sich in neuen DSL-Flatrate-Verträgen nun vorbehält nach dem überschreiten eines bestimmten Übertragungsvolumens die Verbindung zu drosseln, ist ja inzwischen nun schon ziemlich breit durchgekaut worden. Als Option wird es wohl möglich sein, gegen Aufpreis wieder eine echte Flatrate zu bekommen.
Ich frage mich allerdings, warum sich die Telekom überhaupt diesen medialen Stress gemacht hat? Sie hätte doch auch einfach die neuen Verträge nicht mehr Flatrate nennen und stattdessen entsprechend teurere Verträge mit der Bezeichnung Flatrate einführen können. Dann hätten sie PR-technisch sogar noch entgegengesetzt argumentieren können, dass bei ihren Nicht-Flatrate-Verträgen nach erreichen des Limits ja “nur” gedrosselt wird, statt gleich komplett abzuschalten.

April 21st, 2013

Schwedische Vorzüge

Posted by Dunedan in General

IKEA ist “in” und das schon seit Jahren. Das wird meist mit den, im Vergleich zu traditionellen Möbelhäusern, bezahlbaren und modernen Möbeln erklärt. Aber ich finde IKEA hat noch ganz andere Vorzüge. Vorzüge, die traditionelle Möbelhäuser nicht bieten wollen und oft auch gar nicht können, da die Möbel keine Eigenproduktionen sind, sondern letztendlich nur aus den Katalogen ihrer Zulieferer stammen.
Mir sind die folgenden Vorzüge von IKEA aufgefallen.

Eine ausgesprochen gute Internetpräsenz

Die Webseite von IKEA listet auf sehr ansprechende und übersichtliche Weise sämtliche im Angebot befindlichen Artikel auf. Von Beschreibung und Fotos, über Maße und Bedienungsanleitungen bis hin zu Lagerstand in der jeweiligen Filiale und dem exakten Regalfach in dem es bei IKEA lagert. Und wem das noch nicht reicht, der kann die Artikel gleich im Internet bestellen.

Modulare Bauweise

Der Klassiker dafür ist der bekannte IKEA-Schraubenschlüssel, der für gefühlte 90% aller IKEA-Schrauben passt. Gerade die Vereinheitlichung von Kleinteilen, wie zum Beispiel Schrauben, auch über diverse Produktfamilien hinweg, sorgt (neben Kostensenkungen bei der Produktion) dafür, dass man einfach und unkompliziert Ersatzteile anbieten kann. Inzwischen gibt es in IKEA-Filialen sogar Automaten aus denen man sich Schrauben und Co. besorgen kann.

Langlebige Produktlinien

Serien wie die berühmten Billy-Regale kennt inzwischen vermutlich fast jeder. Viele der eigenen Produkte bietet IKEA über lange Jahre hinweg an, so dass einer Erweiterung des Mobiliars nichts im Wege steht. Wobei das nicht heißt, dass bei bestehenden Serien keine Änderungen mehr durchgeführt werden. Neue Farben und Muster werden von IKEA gerne eingeführt und auch die Ausführung im Detail über die Jahre mal angepasst. Letzteres fiel mir bei den Billy-Regalen auf, von denen ich inzwischen zwei Generationen mit unterschiedlicher Befestigungstechnik für die Aufsatzregale kenne.

Die genannten Punkte sind für mich ein klares Zeichen für die Fixierung auf die Bedürfnisse der Kunden und so soll’s ja schließlich sein. Allerdings kann das natürlich nicht darüber hinweg täuschen, dass die Qualität der Möbel bedingt durch die Preise oft nicht die Beste ist. Insbesondere wenn man versucht damit umzuziehen, sorgt das schnell mal für Tränen. Aber auch dafür hat IKEA eine Lösung gefunden: Kunden können sich direkt bei IKEA mit Köttbullar und schwedischem Apfelkuchen darüber hinweg trösten. ;-)